Kämpfermaus

Kämpfermaus

Ich bin: Rosa (43), Mutter von einem Kind

Wieviel Zeit ist vergangen zwischen der Entscheidung für das Kind und der Geburt: 4 Jahre und acht Monate

Was habe ich erlebt:
Zwei Ausschabungen vor der zwölften Woche, zwei spontane Abgänge vor der zwölften Woche
Im Januar 2008 haben mein Mann und ich zueinander gefunden. Damals war ich schon 35 Jahre deswegen waren wir uns einig mit Kindern nicht lange zu warten. Natürlich wusste ich auch das es sein könnte das es nicht gleich klappt. Meine Schwester hatte eine lange Kinderwunschzeit die nicht glücklich ausging.

Im Sommer sind wir in diese aufregende Zeit gestartet und waren noch sehr entspannt.
Im September 2009 war ich dann bei meiner Frauenärztin die mir dann Clomifen verschrieb. Allerdings hat sie es nicht sehr genau mit der Ultraschallkontrolle der Eierstöcke genommen deshalb bin ich dann zu meinem jetzigen Frauenarzt gewechselt.

Auch da haben wir es mit der Stimulierung durch Clomifen versucht. Mein Mann war auch zur Kontrolle, aber ohne Befund. Nach ca. sechs Zyklen wollte ich dann aber doch in die Kinderwunschklinik.
Wieder warten bis wir einen Termin bekamen.

Ab August starteten wir dann mit Clomifen, Puregon und Brevaktid zum Auslösen des Eisprunges. Beim dritten Zyklus war es dann soweit, ein positiver Schwangerschaftstest. Am Tag vorher dachte ich noch gut, wieder nichts. Weil ich, wie ich dachte, ganz eindeutige Anzeichen für das Beginnen der Menstruation hatte. Was war ich glücklich! Mein Kind in mir, so lange, und dann klappt es. Da kann doch jetzt nichts passieren.

Am 22.12.2010 hatte ich einen Termin beim Frauenarzt. Aus der Traum. Kein Herzchen schlägt mehr. Missed Abort in der neunten Woche.

Ich wollte die Ausschabung nicht vor Weihnachten machen, das hätte ich nicht gekonnt. Mein Termin war dann der 30.12.2010, jetzt soll mein Schatz gehen.

Zur gleichen Zeit wurde meine Nachbarin schwanger. Hört sich sicher komisch an, aber es hat mir sehr geholfen das ich sie ein bisschen begleiten durfte. Ihr Sohn hat sogar den gleichen Namen bekommen den wir uns auch ausgesucht hätten. Und er hat Gas für zwei.

Wir versuchten es gleich wieder und wurden wieder nach drei Versuchen schwanger. Mit einer seltsamen Regelmäßigkeit diesmal zwar ein etwas früherer Abgang aber nach dem Karrenzmonat wieder nach drei Versuchen schwanger. Und wieder kein Glück. Dieses Mal riet mir mein Arzt zu warten, ob es nicht in alleine abgeht. Zwei Wochen warten war die Hölle für mich und in der Nacht als es dann passierte war ich alleine. Und wieder nach einem Monat warten drei Zyklen und wieder schwanger. Aber auch jetzt nach der siebten Woche Schluss.

Bis August 2012 zogen sich die Monate zwischen Hoffen und Verzweiflung hin. Bis ein Arzt aus dem Kinderwunschzentrum auf die Idee kam unsere Gewebegruppen zu testen. Das Resultat war, dass eben diese Gruppen bei uns zu ähnlich waren. Deshalb sprang bei mir das Immunsystem nicht an, was wiederum dazu führte das meinen Kindern etwas fehlte und recht früh starben. Das bekamen wir mit einem Medikament in den Griff das ich mir bis zur zwölften Woche Spritzen sollte.

Nach meiner letzten Ausschabung warteten wir bis zur nächsten Stimulierung wie jedesmal einen Monat ab. Und ausgerechnet jetzt entstand unsere kleine Prinzessin.
Die Verzweiflung fiel von mir ab und ich erlebte die schönsten Monate meines Lebens. Mir ging es einfach nur gut.

In der Frühdiagnostik fiel dann auf das die Plazenta nicht ganz optimal versorgt war.
Bis zur 38. Woche kein Problem, dann kam, eigentlich Zeitgerecht, der Blasensprung. Wir sind mit bester Laune in das Krankenhaus gefahren und es hieß, keine Panik, dass dauert noch. Beim CTG war zuerst noch alles in Ordnung, doch bald waren die Herztöne nicht mehr gut. Nach einigen Verzögerungen wurde ich dann auf einmal sehr schnell in den OP gebracht. Fast zu spät,  die Plazenta hatte sich teilweise gelöst. Die erste Stunde nach der Geburt war noch alles offen, doch meine kleine Kämpfermaus war zwar winzig aber sie wollte uns nicht verlassen.

Jetzt sitze ich neben meiner fast dreijährigen, ganz normal entwickelten Tochter und weiß das sich alles gelohnt hat. Jeder Tag der vier Jahre und acht Monate.

Was hat mir geholfen: Das Wissen das ich nicht alleine davon betroffen bin, und meine Sturheit.

Was möchte ich anderen Frauen sagen: Egal was ist, gebt nicht auf!

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