Der Ultraschall

Der Ultraschall

Ich bin: Claudia (36 Jahre), Mutter von 2 Kindern

Wie viel Zeit ist vergangen zwischen der Entscheidung fürs Kind und der Geburt:
2 Jahre

Was habe ich erlebt:
2 Fehlgeburten vor der 12. Woche
Wir entschieden uns in unserem Urlaub, dass wir ab jetzt mit der Verhütung aufhören und nach 2 Monaten hielten wir unseren ersten positiven Schwangerschaftstest in den Händen. Natürlich waren wir total aufgeregt und liefen sofort zum Frauenarzt. Der stellte fest, dass sich eine Fruchthöhle gebildet hatte für alles andere war es aber viel zu früh. Also hieß es warten.

Wir waren positiv und freuten uns so. Dann kam der Arzttermin. Er untersuchte mich einige Zeit und so langsam wurden wir alle nervös. Schließlich sagte er, dass dort leider nichts zu sehen ist. Wir fielen in ein riesiges Loch. Bis dahin hatte ich noch nicht gehört, dass Fehlgeburten sehr oft passieren und total normal sind. Für uns war in diesem Moment nichts normal. Plötzlich musste ich darüber sprechen, dass ich bald in eine Klinik gehen sollte um eine Ausschabung vorzunehmen. Es zog uns den Boden unter den Füssen weg. Was war passiert?

Als wir dann in der Klinik saßen war ich so überrascht wie viele Paare dort waren und ich hatte das Gefühl, dass sie alle aus dem gleichen Grund da sind. Dort kam mir zum ersten Mal der Gedanke, dass wir gar nicht so allein mit unserer Situation sind.

Es folgten viele schwere Monate in denen wir unsere Enttäuschung verarbeiten mussten, aber auch mein Körper musste die plötzliche Veränderung verarbeiten. Gerade war noch alles auf schwanger gestellt und plötzlich nicht mehr. Er brauchte einige Monate um wieder einigermaßen so etwas wie einen Zyklus herzustellen. Und das brachte mich an den Rand der Verzweiflung. Wie sollte ich schwanger werden, wenn mein Körper so durcheinander war. Und man kann so wenig tun.

Ständig holte ich mir Ovulationstreifen um zu schauen, ob ich vielleicht einen Eisprung hatte oder bildete mir ein, dass meine Brüste spannten. Ich war so machtlos.

Natürlich wurde ich in diesen Monaten auch mit fröhlichen Babynews von Freunden und aus der Familie konfrontiert und so sehr ich mich auch für sie freute, wollte ich jedes Mal am liebsten unter den Tisch kriechen und weinen.

Irgendwann beschloss ich, dass ich etwas brauche, dass mich aus meinem Gedankenkarusell herausholt und kaufte mir das Buch „Gelassen durch die Kinderwunschzeit“ von Birgit Zart. Dieses Buch half mir sehr, da es viele Gefühle dieser Zeit erklärt und einem das Vertrauen in den eigenen Körper wieder gibt.

Nach ca. 1 Jahr war es wieder soweit. Wir hielten den zweiten positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Wir warteten einige Tage, aber auch hier gingen wir wieder zu früh zum Arzt und es war noch kein Herzschlag sichtbar. Der Termin beim Arzt war sehr seltsam, denn er erzählte mir etwas davon, dass mehrere Fehlgeburten auch normal seien. Ahnte oder sah er etwas? Ich ging mit einem schlechten Gefühl aus der Praxis und er sollte Recht behalten. Einige Tage späte bekam ich Bauchschmerzen und Blutungen. Das wovor ich am meisten Angst hatte, war eingetreten. Es war wieder passiert. Das Loch in das wir dieses Mal fielen war noch etwas größer.

Wir versuchten dennoch etwas Positives zu sehen. Dieses Mal gab es keine Ausschabung, also keine Verwirrung für den Körper da er selbst entschieden hatte und irgendwie schien es ja zu klappen. Ab jetzt wussten wir spätestens, dass wir es einfach nicht beeinflussen konnten.

Dennoch wollte ich etwas anders machen. Ich suchte mir einen neuen Frauenarzt um mir eine zweite Meinung einzuholen. War alles ok bei mir? Würde er etwas anders machen? Ich dachte, ab jetzt alles neu. Mein neuer Arzt sagte, dass alles ok sei und dass wir es einfach weiter versuchen sollten. Bei der Untersuchung machte er noch einen Ultraschall und erzählte wie nebenbei das ich ca. in 3-4 Tagen einen Eisprung haben würde.

Und was soll ich sagen, mein Sohn ist jetzt fast 4 Jahre alt.

Wie habe ich mich in der Zeit gefühlt:
Es gab viele unterschiedliche Gefühle. Ich war traurig, hatte Angst das es vielleicht nie klappt und wusste teilweise auch nicht wohin mit meinen Gedanken. Mit wem konnte ich reden? Auch wenn ich mich entschied relativ offen mit dem Thema umzugehen war ich doch sehr allein mit meinen Ängsten und Fragen.

Was hat mir geholfen?
Geholfen hat mir vor allem viel mit meinem Mann zu sprechen, aber auch das Buch „Gelassen durch die Kinderwunschzeit“.

Was möchte ich anderen Frauen sagen:
Ich möchte das alle Frauen wissen, dass es wirklich oft passiert und die Frauen nicht allein sind

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